Dossier "Forke und Schaufel"

Die Gruppe "Forke & Schaufel" wurde von Mario Buchner und Torsten Frank gegründet. Beginnend im Mai 2020 meldete Buchner mehrere Kundgebungen/Demonstrationen in Bad Marienberg WW an.

Thema waren die Maßnahmen zum Seuchenschutz. Gleich bei der ersten Kundgebung trat auch Torsten Frank als Redner auf. Stiefelnazis aus dem Lahn-Dill-Kreis (Umfeld Lars Schulz, Berserker Lahn-Dill) nahmen in Szenekleidung an der Demonstration teil. Ein Mitglied des III. Wegs war anwesend, sowie Christian Greeb. Insgesamt führte Buchner sechs Kundgebungen in Bad Marienberg durch. Jedes Mal steigerte sich die Rhetorik, bis sie am 11.11.2020 darin gipfelte, dass Buchner selbst „Forke und Schaufel“ als terroristische Vereinigung bezeichnete.

Mario Buchner war laut Eigenauskunft bei XING erst Lehrer, dann Personaldisponent/Niederlassungsleiter, Pharmareferent und Produktmanager, alle Angaben sind ohne Jahreszahl angegeben. Von 2009 bis 2014 „Health Policy Manager“ bei Reckit Benckiser Pharmaceuticals, 2014 „Regional Customer Manager“ bei Bristol-Myers Squibb GmbH, seit 2014 Geschäftsführer bei Junglescouts. (Quelle)

Buchner bezeichnet sich selbst unter anderem als „Autor“. Von ihm sind vier Bücher im Selbstverlag erschienen. (Quelle)

Nach eigener Auskunft war Buchner anfang der 2000er für wenige Jahre Mitglied in der CDU. 2013 tritt Buchner in die AfD Kreisverband Bad Tölz ein. Ab März 2014 existiert eine Bürgerinitiative gegen Windkraft in der Verbandsgemeinde Bad Marienberg. Eine Facebookseite mit dem Namen „Windkraftrebell VG Bad Marienberg – Pro & Contra“ existiert seit dieser Zeit. Ab März 2015 wird sie allerdings nicht mehr mit Inhalten befüllt. Autoren werden auf der Seite nicht genannt, aber Buchner ist darauf mit einem Zeitungsausriss zu sehen, der Sprachduktus erinnert an ihn. (Quelle) Ein Artikel im WW-Kurier bezeichnet ihn als „Sprecher“ der Bürgerinitiative. (Quelle) Heute dient er sich Bauherren als Fachaufsicht bei der Asbest-Sanierung an. Durch die Vergabe der Fachaufsicht an ihn könnten Bauherren die Asbest-Sanierung selbst durchführen. „Asbest-Rebell“ sei eine Marke der Junglescouts GmbH, heißt es auf der Website. (Quelle)

Die erste dokumentierte Verbindung zwischen Mario Buchner und Torsten Frank ist auf den 15.9.2016 zurück zu datieren. Der III. Weg führte eine Demo in Bad Marienberg durch. Torsten Frank kündigte auf der Facebook-Seite von „Stegskopf –Nein Danke“ an, diese „beobachten“ zu wollen. Ein Foto von diesem Tag zeigt Frank gemeinsam mit Buchner.

 

Am 18.6.16 trat Buchner bei einer Kundgebung des Kreisverbands Deggendorf (AfD Bayern) ein letztes Mal auf. (Quelle) An dieser Kundgebung nahm Björn Höcke teil. Buchner behauptete, er habe Höcke seinen Austritt aus der AfD angekündigt, worauf hin dieser ihm gesagt habe, er könne jederzeit zurück kommen, Menschen wie er seien wichtig. An dieser Kundgebung nahm auch der Waffenhändler Alexander R. teil, der nach einem Bericht des ZDFMagazins Frontal Waffen vom Balkan nach Deutschland verschoben hat, die im Verdacht stehen explizit für die AfD gedacht zu sein. (Quelle)

Buchner ist, laut dem Impressum der Homepage der Udo Ulfkotte Gesellschaft, verantwortlich für den Inhalt der Seite. (Quelle) Laut eigener Aussage auf der Homepage „strebt“ die Gesellschaft „die Anerkennung zum eingetragenen Verein an“. Zweck der Gesellschaft sei, „das Werk des Journalisten und Buchautors Udo Ulfkotte in ehrendem Angedenken zu bewahren und das Anliegen und die Ziele seiner Arbeit weiter zu verfolgen". (Quelle) Udo Ulfkotte, zuletzt im Westerwald wohnhaft, war ein islamfeindlicher, rechtsextremer Verschwörungsideologe. Seine Werke wirken bis heute in der rechtsextremen Szene. Zuletzt veröffentlichte er ausschließlich im Kopp-Verlag, der rechtsextreme, esoterische und verschwörungsideologische Bücher vertreibt. Ulfkottes letztes Buch „Alles Einzelfälle“ erschien posthum im Antaios Verlag und wird von Ellen Kositza (Ehefrau von Götz Kubitschek) beworben. Die Site wurde zuletzt 2019 geändert, sie scheint eines der vielen Projekte zu sein, die Buchner beginnt aber nicht beendet. Er pflegt aber den Kontakt zu Ulfkottes Witwe und organisierte in ihrem Haus ein Treffen mit Thorsten „Silberjunge“ Schulte, der auf der zweiten Kundgebung Buchners sein jüngstes Buch bewarb.

Torsten Frank

Frank zog in den 2010er Jahren nach Hergenroth in den Westerwald. Frank war Mitglied der AfD, als er 2015 mit „Stegskopf – Nein Danke“ einen PEGIDA-Ableger im Westerwald gründete. Bei den regelmäßigen Kundgebungen tauchten rechtsextreme Schläger aus dem Umfeld von Lars Schulz (Dillenburg) und der NPD Hessen auf. Weitere Gäste waren der III. Weg unter Julian Bender. Auch Christian Greeb nahm an den Kundgebungen teil. Mindestens ein Mal war auch Justin Cedric Salka dort. Redner bei Franks Kundgebungen waren unter anderem Tatjana Festerling (Pegida, danach Festung Europa), Dominik Roeseler (Pro NRW), Gernot Tegetmeyer (Pegida München). Ständig in Franks Umfeld ist bis heute der Waffenhändler Edwin Wagensveld (Ed Utrecht, Ed der Holländer), der unter anderem mit Festerling nach Bulgarien reiste, um dort mit einer paramilitärischen Gruppe „Patrouille“ gegen Flüchtlinge zu gehen. (Quelle) Nach dem Scheitern von „Stegskopf – Nein Danke“ firmierte Frank in „Bekenntnis zu Deutschland“ um, mit deren Banner er vor allem auf PEGIDA- und AfD-affinen Kundgebungen auftrat. Darunter die Großdemonstration „Kandel ist überall“, bei der er als Versammlungsleiter fungierte. Zur gleichen Zeit trat er bei HoGeSa-Demonstrationen in Köln und Dortmund auf, dort stand er mit Siegfried „SS-Siggi“ Borchart und Kategorie C auf der Bühne.
Zwischenzeitlich formierte er als „Freitags für Deutschland“, doch als solches kam er über Facebook-Aktivitäten nicht hinaus. Franks Verbindungen reichen vor allem in das gewaltsuchende Hooligan- und Biker-Spektrum.

Frank fiel in der Vergangenheit immer wieder durch menschenverachtende Kommentare und Postings auf.
Torsten Frank (AfD Westerwald) hetzt gegen Claudia Roth (Grüne)Torsten Frank, Mitglied der AfD Westerwald, hetzt gegen Claudia Roth (Grüne)


Frank wünschte sich den Besuch Björn Höckes im Westerwald, um seine eigenen Demonstration aufzuwerten.

Torsten Frank (AfD Westerwald, Bekenntnis zu Deutschland) umwirbt Björn Höcke



Verbindungen von Forke & Schaufel

Richard/Rick Wegener aka Houdershell

Wegener wurde in den USA wegen Mordes verurteilt. Aufgrund seiner deutschen Staatsbürgerschaft saß er dort nur 15 Jahre ab, bevor er nach Deutschland abgeschoben wurde. Hier wurde Wegener Kampf- bzw Kraftsporttrainer. Er gründete mit dem rechtsextremen Rapper Chris Ares eine Wohngemeinschaft in München. Anfangs engagierte sich Wegener in der Identitären Bewegung, später in der BDP (Bündnis Deutscher Patrioten) (Quelle). Wegener ist ein Szenegänger, der zu allen rechtsextremen Gruppierungen gute Kontakte pflegt. So lässt er sich mit Mitgliedern von Die Rechte ebenso ablichten, wie er Q-Anon teilt. Wegener war mit einer Gruppe junger Männer aus seinem und Ares’ Umfeld am Angriff auf den Bundestag am 29.8.20 maßgeblich beteiligt. In einem Videointerview mit der rechtsextremen Youtuberin Sandra Scheld bezeichnen er und Buchner sich als sehr alte Freunde. Jüngste Erkenntnisse legen nahe, dass es nach Chris Ares’ Abtauchen und dem daraus folgenden
Führungsvakuum bei seinen Anhängern und dem BDP einen Zusammenschluss zwischen Forke und Schaufel sowie BDP geben könnte.

Stefan Räpple

Räpple, schon immer provokantes Enfant terrible der AfD und Mitglied des Landtags Baden-Württemberg, versuchte sich als Gründer einer deutschen Identitären Bewegung, die er dadurch übernehmen
wollte. Als dies nicht gelang, gründete er den Jugendverband der AfD „Junge Alternative“. Räpple arbeitet eng mit Buchner zusammen und trifft diesen regelmäßig auf Kundgebungen. Hier dokumentieren wir eine Demonstration in Köln auf der Buchner, Frank und ein weiteres Mitglied von Forke & Schaufel angeregt mit Räpple diskutieren.

Bei einer Kundgebung in Mainz, die von Buchner angemeldet wurde, rief Räpple zum gewaltsamen Umsturz der Bundesrepublik Deutschland auf.


Christian Greeb (Der Narr)

Greeb saß für die NPD im Kreistag des Westerwaldkreises. Zur gleichen Zeit war die "Kameradschaft Westerwald" aktiv, die sich hauptsächlich aus Mitgliedern der NPD zusammen setzte. Greeb verließ während des Prozesses gegen die Kameradschaft die NPD, behielt aber sein Mandat als Parteiloser. Im Prozess gegen die Kameradschaft war Greeb nicht unter den Beschuldigten, Bilder zeigen ihn aber hinter dem Banner der Kameradschaft. (Quelle) Greeb ist ohne Bruch in rechtsextremen Kreisen aktiv. In den letzten Jahren bindet er sich sehr stark an die AfD Westerwald, Andreas Schäfer bezeichnet ihn als „Kamerad“ und er ist bei Veranstaltungen der AfD Westerwald respektive der sogenannten Fassfabrik regelmäßiger Gast. Als „Der Narr“ verteilt er Flugblätter im Raum Hachenburg, in denen er Falschinformationen und Propaganda gegen die Corona-Maßnahmen verbreitet. Die dazugehörige Website wirbt intensiv für „Forke und Schaufel“, deren Kundgebungen Greeb auch stetig besucht. Weitere Werbung macht er u.a. für FSN TV, Frank Krämer und Nicolai Nehrling. Frank Krämer ist im Freundeskreis Westerwald respektive dem Freundeskreis Rhein-Sieg aktiv. Dort treffen sich unter anderem Lars Schulz (Projekt H5, Berserker Lahn-Dill, stark vernetzt in die Rechtsrock- und Kampfsportszene), Melanie Dittmer und Alexander Kerper. Schulz und Dittmer organisierten bereits ein Konzert von Kategorie C im Westerwald. Greeb ist durch seine Geschichte und seine aktive und erfolgreiche Netzwerkarbeit ein wichtiges Scharnier der rechtsextremen Szene im Westerwald.

Inge Steinmetz
Inge Steinmetz publiziert seit mehreren Jahren massiv rassistische, völkische und hetzerische Texte. Sie hatte ihre 5-Minuten-Ruhm, als sie beim Besuch Dunja Hayalis in Chemnitz in die Kamera kreischen konnte. Bei einer Kundgebung in Wiesbaden ging sie mit einem Totschläger auf Gegendemonstrierende los. Buchner und Steinmetz sehen sich öfter auf Kundgebungen, sie war auch bereits Gastrednerin bei einer Kundgebung in Bad Marienberg.

 

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